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»Ich wurde 1978 in Bonn-Poppelsdorf geboren und verbrachte meine ersten Lebensjahre auf dem Venusberg in der Jugendherberge meiner Großeltern. Besonders sind mir die Flamingos im Gedächtnis geblieben, die mein Großvater dort im Garten hielt und die mit ihrem Geschnatter für Aufsehen in der Nachbarschaft sorgten. Später besuchte ich mit meiner älteren Schwester die Grundschule in Bad Godesberg und verbrachte meine Kindheit mit Spielen in der Natur und in Fantasiewelten. So wurden aus unseren Schreibtischstühlen schnell Indianerponys und aus Bettdecken historische Kostüme.«

»Meine schönsten Kindheitserinnerungen sind die Besuche in unserer Pfarrbücherei. Jeden Sonntag bin ich mit meiner Mutter in die Kirche gegangen, nur damit ich anschließend dort stapelweise Bücher ausleihen konnte. Die Bücher waren damals nach Altersklasse mit einem farbigen Punkt markiert, und ich weiß noch genau, wie oft ich versucht habe, die Bibliothekarin davon zu überzeugen, mir Bücher für ältere Kinder auszuhändigen, und leider auch, wie oft ich mir die Zähne an ihr ausbiss. Damals hatten es mir vor allem die Klassiker angetan, und ich liebte es, mit dem kleinen Lord, Huckleberry Finn, Hanni und Nanni oder den fünf Freunden Abenteuer zu erleben. Jede Seite war eine Einladung, durch eine magische Tür in eine fremde Welt einzutauchen, und ich konnte nicht genug davon bekommen.«

»Als Schülerin habe ich mit dem Schreiben von Kurzgeschichten und Gedichten angefangen und konnte stundenlang über die Schönheit einzelner Worte nachdenken. Das Lesen bedeutete für mich die Freiheit, mit bloßem Umblättern jeden Ort und vor allem jede Zeit zu besuchen. Ich wurde regelrecht süchtig nach dem Geruch von Papier, weil ich wusste, dass mich schon ein einzelner Satz in eine exotische Umgebung katapultieren konnte.«

»Seit ich denken kann, liebe ich alte Häuser und ihre Geheimnisse, das Ticken von Uhren, die von Hand aufgezogen werden müssen, vergilbte Briefe, das Knarzen von Bodendielen oder das Quietschen rostiger Türscharniere, weil sie zu einem Abenteuer führen könnten. Ich habe eine große Schwäche für dunkle Charaktere und unterdrückte Gefühle und bin mir sicher, dass meine Figuren schon immer gelebt haben und ich nur den Staub von ihnen pusten muss, damit sie wieder atmen können.«

2013 wurde Nikolas Debüt »Rabenblut« auf der Leipziger Buchmesse mit dem dritten Platz des autoren@leipzig-Awards ausgezeichnet. Seit dem großen Erfolg ihrer Liebeskomödie »Fernsehköche küsst man nicht« ist sie ausschließlich als freie Autorin tätig. Der Roman wurde unter dem Titel »Franz oder gar nicht« im Aufbau-Verlag neu veröffentlicht. Inzwischen hat sie weitere sechs Romane geschrieben.