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Vor drei Wochen habe ich mein Manuskript ins Lektorat gegeben, und nun kam es mit lauter Anmerkungen (großen und kleinen) wieder zurück. Dieser Moment, wenn man die Datei öffnet und die vielen Markierungen und Kommentare sieht, jagt mir jedes Mal eine Heidenangst ein. Das Schlimme ist ja, dass Lektoren (fast) immer recht haben. Es ist schließlich ihr Job, recht zu haben. Aber, wenn ich ehrlich bin, bin ich einfach nur dankbar, dass jemand gemeinsam mit mir an dieser Geschichte arbeitet, die ich so liebe. Weil nur dadurch aus einem Manuskript ein noch viel besseres Buch wird.

Beim Schreiben habe ich ununterbrochen einen Film vor Augen. Ich spiele ihn ab, spule zurück, drücke auf die Pausentaste, korrigiere, lasse weiterlaufen. Weil ich zu den Autoren gehöre, die überhaupt nicht plotten und planen, kann das manchmal schwierig aber auch sehr überraschend werden. Was ich aber immer weiß, ist, wie meine Figuren denken, lieben, lachen. Ich kenne sie in- und auswendig, ihre Träume, ihre Ziele, ihre Sehnsüchte und ihre tiefsten Verletzungen. Das ist es, was die Handlung vorantreibt und sie für mich so real macht. So real, dass der Abschied von ihnen für mich immer sehr schmerzhaft und mit Tränen verbunden ist.

Deshalb ist es unheimlich schön, noch einmal mit Ivy & Asher diese Geschichte zu erleben, weil ich sie nun ganz anders genießen kann. Ich weiß, wann die schönsten Stellen kommen. <3