Hallo!

Ich bin Autorin und wurde 1978 als jüngste von zwei Schwestern in Bonn-Poppelsdorf geboren. Meine ersten Jahre verbrachte ich auf dem Venusberg in der Jugendherberge meiner Großeltern, wo mein etwas wunderlicher Großvater im Garten Flamingos hielt, die mit ihrem Geschnatter für Aufsehen in der Nachbarschaft sorgten. Später besuchte ich mit meiner älteren Schwester die Grundschule in Bad Godesberg und verbrachte meine Kindheit mit Spielen in der Natur und in Fantasiewelten. (Bis heute bin ich fest davon überzeugt, früher im Stamme der Apachen gelebt zu haben. Und als Südseekönigin.)

Meine besten Kindheitserinnerungen sind die Besuche in unserer Pfarrbücherei. Jeden Sonntag habe ich den äußerst lästigen Weg in die Kirche auf mich genommen, damit ich anschließend dort stapelweise Bücher ausleihen konnte. Die Bücher waren damals nach Altersklasse mit einem farbigen Punkt markiert, und ich weiß noch genau, wie oft ich versucht habe, die Bibliothekarin davon zu überzeugen, mir Bücher für ältere Kinder auszuhändigen, und leider auch, wie oft ich mir die Zähne an ihr ausbiss. (Was sich prägend auf meine spätere Beziehung zur Kirche auswirken sollte. Das haben sie nun davon.) Damals hatten es mir vor allem die Klassiker angetan, und ich liebte es, mit dem kleinen Lord, Huckleberry Finn, Hanni und Nanni oder den fünf Freunden Abenteuer zu erleben. Jede Seite war eine Einladung, durch eine magische Tür in eine fremde Welt einzutauchen, und ich konnte nicht genug davon bekommen. Als Schülerin einer strengkatholischen Mädchenschule blieb mir nichts anderes übrig, als Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben, um wenigstens einmal etwas Aufregendes zu erleben. Das Lesen bedeutete für mich die Freiheit, mit bloßem Umblättern jeden Ort und vor allem jede Zeit zu besuchen. Ich wurde regelrecht süchtig nach dem Geruch von Papier, weil ich wusste, dass mich schon ein einzelner Satz in eine exotische Umgebung katapultieren konnte. (Nach der strengkatholischen Mädchenschule wechselte ich übrigens nahtlos in die strengevangelische Schwesternschule, wo man mich zur Krankenschwester ausbildete. Gott sei Dank gab es dort auch männliche Schüler, weshalb mir das Leben dann doch noch echte Abenteuer und drei Söhne bescherte.)

Seit ich denken kann, liebe ich alte Häuser und ihre Geheimnisse, das Ticken von Uhren, die von Hand aufgezogen werden müssen, vergilbte Briefe, das Knarzen von Bodendielen oder das Quietschen rostiger Türscharniere. Ich habe eine große Schwäche für dunkle Charaktere und unterdrückte Gefühle und bin mir hundertprozentig sicher, dass meine Figuren schon immer gelebt haben und ich nur den Staub von ihnen pusten muss, damit sie wieder atmen können. In den seltenen Momenten, wo ich nicht schreibe oder lese, spiele ich Klavier und Flöte, mache mit meinem Mann und unserem Hund Lucy lange Waldspaziergänge, bearbeite unseren viel zu großen Garten und kultiviere meine Sehnsucht, einmal im Leben quer durch Marokko zu reisen.